Kennen Sie Offsetdruck?

Eine kurze Einführung in die Technik des Drucks und die Herstellung von Drucksachen

Haben Sie sich eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie Ihre Druckprodukte entstehen? Wenn Sie sich für technische Details interessieren, so dürfen wir Ihnen hier einmal einen kleinen Einblick in eine Druckerei und die Arbeiten - speziell bei der Herstellung von Funkerkarten - in einem Druckbetrieb geben. 

Der Flachdruck zählt - neben Buchdruck und Tiefdruck - zu den drei klassischen Druckverfahren. Druckende und nichtdruckende Flächen befinden sich nahezu auf einer Ebene. Das Drucken wird ermöglicht durch das gegenseitige Abstoßen von Fett und Wasser. Die druckenden Stellen sind so präpariert, dass sie Wasser abstoßen und dadurch die fetthaltige Druckfarbe annehmen, während die nichtdruckenden Stellen wasserfreudig sind und die Farbe abstoßen. 

Der Name Offsetdruck stammt aus dem Englischen und heißt "Absetz-Druck". Absetzen deshalb, weil der Druck erst auf ein Gummituch und von dort auf das Papier oder einen sonstigen Bedruckstoff abgesetzt wird. Das Verfahren wurde mit biegsamen Metallplatten eingeführt. Diese Platten, etwa 0,1 bis 0,6 mm stark, können um einen Zylinder gespannt werden und ermöglichen dadurch ein rotatives Druckprinzip von besonders hoher Wirtschaftlichkeit. Die Metallplatten werden durch die Farbwalzen direkt eingefärbt, sie geben diese Farbe auf einen dazwischengeschalteten Gummituchzylinder ab und von diesem erst auf das Papier. 

Erforderliche Satzarbeiten werden im Computersatz (Desk Top Publishing) angefertigt und liegen uns als Aufsichtsvorlage vor. Von den notwendigen Unterlagen, Zeichnungen, Texten usw. wird dann eine Datei gefertigt, evtl. Aufsichtsvorlagen werden abgescannt, Texte eingefügt etc. Bei Fotos, die man in Halbtönen wiedergegeben muss, werden die Vorlagen aufgerastert, d.h. in Einzelpunkte zerlegt, deren unterschiedliche Dichte die Hell- und Dunkeltöne ergibt. Die verschiedenen Scans, Texte etc. werden zusammengestellt und über einen Belichter davon ein Reprofilm erstellt. Verschiedene Reprofilme einer Druckform werden zusammenmontiert und mittels einer starken Lichtquelle auf die lichtempfindlich beschichteten Druckplatten kopiert.

Bei der Entwicklung der Platte werden alle nichtbelichteten Teile der Schicht gelöst und nur die druckenden Teile (Buchstaben, Linien, Punkte etc.) bleiben auf derselben zurück. Diese wird nun auf den Druckzylinder gespannt, das erforderliche Papier in die Maschine gestapelt und dann drucken wir. Und wie!